"DIE RHEINPFALZ" vom 12.08.2002:

Seit fünf Jahren kommen die Künstler Ingo Neumann und Christa Welz drei bis fünf mal im Jahr für jeweils eine Woche mit einer Gruppe Hobbymaler nach Ludwigswinkel und quartieren sich im Saarbacherhammer ein, wo man inzwischen eine ständige Ausstellung der beiden sehen kann.
Mal begleiten sie eine Gruppe der Volkshochschule, mal betreuen sie eine Gruppe ihrer Privatschüler, denen sie, ohne allzu sehr in die Arbeiten der Eleven einzugreifen, helfen die Motive des Dahner Felsenlandes auf Papier zu bannen.

Der erste Tag gehört traditionsgemäß "dem Apfelbäumchen in Gebüg", lacht Neumann. Das hat er schon im ersten Jahr seines Aufenthaltes entdeckt. Dieses Bäumchen auf einer Streuobstwiese mit den Schäfchen in der wunderschönen Landschaft bietet den Schülern ein großartiges Motiv. "Die Bilder vom Apfelbäumchen hängen inzwischen europaweit und selbst in Wiesbaden in der Bank."

Bei ihrem derzeitigen Aufenthalt besuchten die Maler auch einen Tag lang Rumbach. "Zur Landschaft gehört auch die Architektur, da bietet das kleine Dorf eine Vielzahl von Motiven", sagt Neumann. Seine  Lebensgefährtin zeigt derweil ein Aquarell,  mit dem sie ihre Sicht in die Rumbacher Ortsstraße festgehalten hat.
Neumann selbst hat sich den lauschigen Ecken, die nur die Eingeweihten kennen, in Kohle gewidmet.

Auch der Sägmühlweiher gehört zu den bevorzugten Orten im Felsenland, die von den beiden Wiesbadenern zum Freilichtatelier umfunktioniert werden. Die meisten der Gruppe, die dieses mal nur aus Senioren besteht,  malen die Idylle des Sees, andere sind dem Rat Neumanns gefolgt, der sie auf kleine Details aufmerksam gemacht hat, wie auf jenen toten Baumstamm, aus dem bereits neues Leben gewachsen ist. Neumanns Sicht der Dinge fasziniert, poetisch weiß er die Zusammenhänge des Werdens und Vergehens in Worte zu fassen, bevor er beginnt, seine Erkenntnisse auf dem Malblock zu skizzieren.

Neumann, der aus Kaiserslautern stammt, ist im und mit dem Pfälzerwald aufgewachsen, hat aber auch jahrelang in der Großstadt gelebt. "Heute zieht es mich zurück, wir haben den Wasgau für uns entdeckt", sagt er. Seine Lebensgefährtin Christa Welz, wohnt im  Rheingau: "Auch das ist eine wunderschöne Landschaft, aber völlig überlaufen. Hier können wir stundenlang wandern, ohne einem Menschen zu begegnen. Dabei haben wir uns auch schon oft verlaufen, aber damit haben wir leben gelernt."

"Wir sind Enthusiasten, dieser Enthusiasmus kommt der Region zu gute. Wir tragen unsere Liebe zu den Menschen und der Landschaft hinaus, viele Freunde und Bekannte sind nach unseren Berichten schon hierher gekommen. Kursteilnehmer haben hier schon Urlaub gemacht, selbst die Jungen sind begeistert von der Ruhe und der Stille", sagt Neumann. Nachdenklich blickt er auf den See: "Eigentlich sind wir ja "Meinungsmacher." (lhv)



     
Und hier das berühmte Apfelbäumchen im Original:
Die Künstler in Aktion...
Gebüger Apfelbäumchen