Der Maimont (513m)

Grenzberg zwischen Deutschland und Frankreich, auf dem linken Gipfel
befindet sich das Friedenskreuz, Im Vordergrund die ersten Häuser von Gebüg.
Friedenskreuz auf dem Maimont

Mahnmal und Aussichtsfels mit herrlicher Panoramasicht in die Bergwelt des Wasgau und über die Hochfläche des Westriches.
In den 50er Jahren wurde von jungen Männern aus Petersbächel und Gebüg das 1. Kreuz auf dem Maimont-Nebengipfel (491 m) als Mahnmal errichtet. Hintergrund war die Tatsache, dass der Maimont, über dessen Höhenkamm die deutsch-französische Grenze verläuft,
Der Kampf um den Maimont

Von der Höhe des Maimont, dem Grenzberg zwischen Deutschland und Frankreich, grüßt weithin sichtbar das Friedenskreuz in friedliche Täler. Mitten im ehemaligen Kampfgelände steht dieses Kreuz zum Gedenken an die Toten beider Nationen, die hier zu Beginn des zweiten Weltkrieges beim Kampf um den Maimont am Pfingstmontag, dem 13. Mai 1940, den Soldatentod starben.

Es war nicht der erste Kampf, der auf dem Rücken des Maimont ausgefochten wurde. Wie uns der Ringwall aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit auf den Maimonthöhen verrät, ist der Maimont ein uralter Kampfberg. Auch der siegreiche Kampf Walthers von Aquitanien gegen die Recken des Königs Gunther von Worms zur Zeit der Völkerwanderung, wie es die Waltharisage beschreibt, fand vor dem Eingang des Ringwalles aus demselben Maimont statt, woran uns das Mosaikbild von Walther und Hildegunde an der Stirnseite der Walthari-Schule in Petersbächel erinnert.

Der Maimont war auch Zeuge der Versöhnung von Walther, Gunther und Hagen, den Gegnern des Walthariliedes. Und heute ist der Maimont wiederum Zeuge der Versöhnung zweier Kulturvölker, Deutschland und Frankreich. Friedlich begegnen sich auf dem Maimontgipfel am Friedenskreuz deutsche und französische Wanderer, um sich an den Naturschönheiten diesseits und jenseits der Grenze zu erfreuen. Im Geiste der Versöhnung soll auch nachstehend der Kampf um den Maimont und seine Vorgeschichte aus vorliegenden Unterlagen geschildert werden.

Mit Beginn des zweiten Weltkrieges wurde die Grenzbevölkerung im Bereiche des Westwalles evakuiert. So mussten auch die Bewohner der Grenzdörfer im Sauertal, Petersbächel, Fischbach, Gebüg, Schönau, Ludwigswinkel und Hirschthal am 1. September 1939 in überstürzter Eile ihre geliebte Heimat verlassen und ihren gesamten Besitz im Ungewissen zurücklassen. Die Grenze wurde beim Ausbruch des Krieges nur durch einen schwachen, provisorischen Grenzschutz geschützt.

Anfang November 1939 kam aus Niederösterreich über den Truppenübungsplatz Münsingen die 262. Infanterie-Division unter Führung von General der Artillerie Edgar Theisen in den Grenzraum südlich Pirmasens und so auch in das Sauertal marschiert. Diese Einheit wurde auch Steffel-Division genannt, weil sie den Turm des Wiener Stephansdomes als taktisches Zeichen führte. Dem Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, wurden am 23. Dezember 1939 in Dahn vor dem Amtsgericht die Kommandeure der 262. Infanterie-Divisions-Einheiten vorgestellt. Auch Hitler besuchte damals das deutsch-französische Grenzgebiet und war auch in Fischbach.

Im Sauertal verlief die Hauptkampflinie der Sauer entlang, die Linie Petersbächel - Ludwigswinkel war Vorfeld. Das ganze Sauertal war überschwemmt. Die Westwallbunker an der Hauptkampflinie bei Fischbach wurden zum größten Teil erst im Kriegswinter 1939/40 gebaut. Der vorgeschobene Beobachter der Artillerie lag in unmittelbarer Grenznähe droben auf der Rückseite des Florenberges in der Nähe des Bayerischen Windstein. Die Hauptbeobachtungsstelle war in einem Bunker in der Fauner Haardt, am Eingang des Faunertales in der Nähe des "Saarbacherhammer".

Breit und wuchtig hingelagert, war der Maimont der strategisch wichtigste Punkt im ganzen Frontabschnitt. Er gab von seinen Höhen 491 und 512 dem Gegner einen ausgezeichneten Einblick in die deutsche Landschaft und in das deutsche Stellungsgebiet. In den ersten Monaten des Einsatzes war auf beiden Seiten nur geringe Spähtrupptätigkeit, während die Artillerie sich auf erkannte Ziele einschoss. Sehr unangenehm war es für die deutschen Soldaten, dass über die verlegten Minenfelder vom Vorgänger genaue Pläne nicht vorlagen, was zu eigenen Blutopfern führte.

Nach einem harten Winter zog der Frühling in das Stellungsgebiet, bis der 10. Mai heraufdämmerte, an dem der ganze Westwall in Bewegung geriet und die deutschen Armeen zum angriff übergingen. So erhielt die Steffeldivision den Befehl, den Maimont zu erstürmen. Oberleutnant Schöne wurde am 11. Mai vom Infanterie-Regiment 462 dazu bestimmt, den Kampfauftrag durchzuführen. Es folgten Nächte, in denen niemand schlief. In der Morgendämmerung am Pfingstmontag, dem 13. Mai 1940, war es dann soweit.

Der Uhrzeiger zeigt auf die X-Zeit 5.05 Uhr. Flüsternd werden Kommandos weitergegeben. Lautlos gehen die Stoßtruppkompanien den Berg an. Ohne Artillerievorbereitung, die den Gegner jäh aus dem Schlaf rütteln und ihm den kommenden Angriff künden würde, im Schutz des Morgengrauens wollen die deutschen Truppen überraschen und vom Zollstock sowie vom Wengelsbacher Hals her in die Zange nehmen. Hinter den Stoßtrupps folgen Pioniere, die den gewonnenen Raum durch Minen sichern sollen.

Ruhig liegt der Berg in der Morgendämmerung des Pfingstmorgens. Doch plötzlich wird es auf dem ganzen Berg lebendig. Der Gegner war wachsam und ließ sich nicht überraschen. Schüsse zerreißen die Stille und schon bald schlagen schwere Brocken feindlichen Sperr- und Abwehrfeuers ein. In immer kürzeren Abständen hagelt es Granaten, Infanteriegeschosse zirpen drohend die Hänge hinab und reißen Lücken in die Angriffsfront.

Die gefallenen Soldaten werden auf dem Hauptverbandsplatz an der "Schantz" aufgebahrt und die Verwundeten dort betreut. Zäh und verbissen kleben die Angreifer am gewonnenen Boden und drängen vorwärts. Der Maimont dampft, grau und schwarz quillt der Rauch die Wipfel empor. Nach zweistündigem Kampf ist die Höhe 512, der Maimontgipfel mit Ringwall und Opferschale auf der Blumensteiner Seite, in deutscher Hand. 34 Franzosen wurden auf diesem Gipfel gefangen genommen.

Erheblich schwerer war der Kampf um die Höhe 491, der Maimontgipfel auf der Seite von Petersbächel, auf welchem heute das Friedenskreuz steht. Inzwischen hatten leichte und schwere Artillerie das Feuer eröffnet und schoss eine Nebelwand hinter den Maimont, um den Gegner zu hindern, aus der Tiefe der Maginot-Linie die Verteidigung des Maimont zu unterstützen. Aktive französische Alpenjäger verteidigten ausgezeichnet den Berggipfel und wiesen die deutschen Angreifer mehrmals ab.

Oberleutnant Schöne, der Führer der Kampftruppe, berichtet über den Infanterie-Angriff wie folgt: "Da wir das erste Mal abgeschmiert wurden, habe ich das Bataillon um Feuerunterstützung gebeten und diese dann auch in Form von Infanteriegeschützfeuer erhalten. Wir probierten es dann noch einmal, aber es war wiederum nichts. Der Gegner war in keiner Weise erschüttert, da die Kuppe des Maimont sehr schwer durch Artilleriefeuer zu packen ist und man kaum dort hinschießen kann. Denn die Schüsse gingen alle viel zu weite und über die Kuppe rüber. Ich forderte nochmals Artilleriefeuer an und begann dann um 17 Uhr den letzten entscheidenden Angriff, der auch zum Erfolg geführt hat. Wir haben uns unter fortwährendem Maschinengewehrfeuer und Werfen von Handgranaten bis dicht an das Drahthindernis herangearbeitet und dieses Drahthindernis unter Feuerschutz eben dieser Maschinengewehre und durch Handgranatenwerfen durchschnitten und sind dann in die Stellungen der Franzosen eingebrochen."

Nach fünfzehnstündigem Kampf war der Maimont mit seinen beherrschenden Höhen in deutscher Hand. 75 weitere Gegner streckten ehrenvoll die Waffen. Ein mit großer Tapferkeit auf beiden Seiten geführter Kampf fand damit sein Ende. Im Divisions-Tagesbefehl vom 14. Mai 1940 schrieb General Theisen: "Der Maimont ist genommen! Ich spreche allen an dem schweren Kampf Beteiligten Dank und Anerkennung für die Leistungen aus. Vor unseren gefallenen Kameraden senken wir den Degen. Den Verwundeten wünschen wir baldige Genesung."

Im deutschen Wehrmachtsbericht aber hieß es: "Bei einem Angriff an der Saarfront zeichnete sich der Oberleutnant in einem Infanterie-Regiment, Hans Schöne, mit seiner Kompanie bei der Erstürmung eines beherrschenden Felsenstützpunktes südlich Pirmasens durch hervorragende Tapferkeit aus."

Was dieser Angriff an Anstrengungen, Mut und Entschlossenheit gefordert hat, kann nur der ermessen, der ihn selbst miterlebt hat. Die gefallenen deutschen Soldaten, unter ihnen Hauptmann Spoerl, wurden auf dem Friedhof in Rodalben beigesetzt, wo sie heute noch ruhen.

Quelle:
Festschrift anlässlich des Heimat- und Feuerwehrfestes Petersbächel im Jahre 1977
im letzten Krieg ein wichtiger strategischer Punkt war. Hier kam es am Pfingstmontag, dem 13. Mai 1940, zu einem fünfzehnstündigen Kampf zwischen deutschen und französischen Soldaten, der große Verluste auf beiden Seiten hatte.
Mittlerweile steht bereits das 4. Kreuz auf dem Maimont, welches 1990 in einem symbolischen Akt durch hier stationierte US-Soldaten auf den Gipfel getragen und aufgestellt wurde.
Für das Friedenskreuz auf der Höhe des Maimont gilt auch die Präambel zur Namensliste der auf dem Heldenfriedhof in Dahn ruhenden Krieger:

"Möge das Kreuz auf dem Maimont die kommenden Geschlechter mahnen, dass sie ihre kurzen Erdentage nicht vergällen durch Krieg und Zwietracht, dass sie Frieden wahren im eigenen Volk und im eigenen Herzen und dass sie in wahrer Gottesfurcht ihr Leben verbringen, da Hilfe und Heil nur von Gott kommen kann."

Bild links:
Errichtung des 1. Friedenkreuzes auf dem Maimont im Jahre 1950

Der Maimont
Das Friedenskreuz